HANS NATUR-Produkte aus indischer Fertigung

Eine Reise zu den Manufakturen unserer langjährigen Partner
Wer zum ersten Mal hört, dass HANS NATUR einen Teil seiner Produkte in Indien fertigen lässt, ist im ersten Moment vielleicht überrascht. Denn mit der Produktion in Asien verbinden viele zunächst Massenware, schwankende Qualität oder schwierige Arbeitsbedingungen.
Wie passt das zum Anspruch an Qualität, Nachhaltigkeit und Fairness bei HANS NATUR?
Du kannst dir selbst ein Bild machen: Wir nehmen dich mit in die Produktionsstätten unserer Partner – nach Indien.
Tiruppur, Südindien — in der Textilmanufaktur
36 Grad im Schatten, die Luftfeuchtigkeit liegt bei fast 80 Prozent. Die Hitze steht wie eine Wand in den Straßen. Doch wer die Produktionshalle unseres indischen Partners betritt, spürt sofort eine überraschende Frische: Drinnen herrscht ein angenehmes Arbeitsklima von etwa 25 Grad – ganz ohne stromfressende Klimaanlage. Besonders hohe Decken und eine geschickte Anordnung der Fenster lassen die warme Luft nach oben steigen, wo sie von großen Zirkulationsventilatoren kontinuierlich abgesaugt wird. Es entsteht ein natürlicher, frischer Luftzug durch die gesamten Hallen.
Sonnenlicht fällt durch die hochgelegenen Fensterbänder. Alles ist hell, weit und durchdacht.

Hier wird Bio-Baumwolle, die zuvor auf den Feldern Indiens geerntet wurde, direkt in ihrem Ursprungsland weiterverarbeitet – zu Kinderkleidung, Babydecken, Spieltüchern und Bettwäsche für HANS NATUR.
Das Buch der Nadeln
Jeder Arbeitstag beginnt mit einem unscheinbaren, aber wichtigen Moment: Die Näherinnen und Näher bekommen nacheinander eine Nadel überreicht – genau eine einzige.
Sie wird im Licht gedreht und geprüft, ihre Ausgabe sorgfältig in einem großen Buch dokumentiert und die Übergabe mit zwei Unterschriften quittiert.
Beim Nähen liegt ein gleichmäßiges, leises Summen in der Luft. Keine Hektik, kein Rufen – und doch greift alles schnell und flüssig ineinander. Die Bewegungen der Mitarbeitenden sind eingespielt.
Wer den Näherinnen und Nähern über die Schulter schaut, sieht Präzision und handwerkliches Geschick: Ein kurzer, abschätzender Blick, ein sicherer Griff, die Nadel schnellt herab. Hier gibt es keine Stecknadeln, die den Stoff vorab fixieren – freihand wird das Material mit Millimetergefühl unter dem Nähfuß hindurchgeführt. Die Naht sitzt exakt.
Doch Nähnadeln sind filigran. Auch bei sorgfältiger Arbeit kann eine brechen. Ein Nadelbruch aber ist heikel, denn natürlich dürfen keine Metallstücke oder Nadeln in der Kleidung zurückbleiben. Erst recht nicht in Produkten für Babys und Kinder.
Deshalb wird genau gesucht, bis alle Einzelteile der Nadel gefunden sind. Die Bruchstücke werden in das Nadelbuch geklebt und dort dokumentiert.
Zusätzlich läuft am Ende der Produktionskette jedes einzelne Textil noch einmal durch einen Metalldetektor. Findet sich auch nur das kleinste Nadelstück darin, schlägt das Gerät sofort laut Alarm. Je nach Fall wird der Metallrest entfernt und das Produkt anschließend erneut durch den Detektor geführt – oder es wird aussortiert. Auch dieser Vorgang wird im Nadelbuch genau dokumentiert.
Ist die Arbeit für den Tag getan, prüfen die Näherinnen und Näher die Nadel auf Unversehrtheit und geben sie persönlich wieder ab. Die Rückgabe wird quittiert und die Nadel an ihrem Platz im Nadelbuch sicher verwahrt – bis sie am nächsten Morgen erneut ausgegeben wird.

Der Umgang mit Nadeln ist nur eines von vielen Details, die zeigen, wie hier gearbeitet und wie viel Wert auf die Sicherheit der Produkte gelegt wird. Präzision und Sorgfalt prägen jeden einzelnen Schritt der Fertigung. In unserer Fotogalerie kannst du verfolgen, wie aus zugeschnittenem Stoff Schritt für Schritt ein fertiges Produkt entsteht. Bei der abschließenden Endkontrolle wird nicht einfach nur ein kurzer Blick darauf geworfen: Anhand fester Vorgaben werden unter anderem Maße, Verarbeitung und Etiketten noch einmal genau geprüft.
Neu-Delhi — in der Teppichmanufaktur
Fast als 2.400 Kilometer weiter nördlich. Schwüle Luft liegt über der Stadt. Dichter Verkehr drängt sich langsam durch die Straßen, Kühe ziehen gemächlich an den Autos vorbei.

Hier, am Rande der Großstadt, befindet sich die Teppichmanufaktur, in der unsere Kinderteppiche entstehen. Und schon beim ersten Blick in die Werkhalle fällt etwas sofort ins Auge: die unglaubliche Vielfalt an Farben.
Die Kunst der Farben

Wie viele verschiedene Farben stecken eigentlich in einem Spielteppich? Auf den ersten Blick bemerkt man es kaum. Erst wenn man genau hinsieht, entdeckt man, wie viele Farbtöne auf kleinstem Raum zusammentreffen: das Grau einer winzigen Fensterscheibe, die Farbe der Häuserwände und Türen, der bunte Regenbogen und viele kleine Details.

In der Manufaktur bekommt diese Vielfalt plötzlich eine ganz andere Dimension. Auf großen Holzgestellen reiht sich Garnrolle an Garnrolle. Nicht nur ein paar. Hunderte. Manche Farbtöne unterscheiden sich kaum voneinander. Wie ein Teppich am Ende aussehen soll, entwickeln wir vorher gemeinsam mit unseren Partnern ganz genau: das Motiv, die Farben, die Florhöhe und Materialdichte.
Damit später genau dieses Grün an der Tür und gerade dieses Grau im Fenster landet, reicht ein prüfender Blick allein nicht aus. Deshalb wird jede Garn-Charge vor der Verarbeitung in einer Lichtkabine mit der festgelegten Referenz verglichen. Dort lässt sich unter verschiedenen Lichtarten prüfen, ob ein Farbton wirklich so ausfällt, wie zuvor festgelegt:


Dann beginnt aus all den einzelnen Farben ein Bild zu werden. Auf dem eingespannten Grundgewebe sind schon die Konturen des Motivs zu sehen. Mit der Tufting-Pistole arbeitet das Team Farbe für Farbe in die vorgesehenen Flächen ein – nicht per Maschine, sondern in gekonnter Handarbeit: Zuerst das Weiß der Straße, der Wolken und anderer Elemente. Dann die nächste Farbe. Und die nächste. Dazwischen erfolgt immer wieder ein Abgleich mit der Originalvorlage.
Und mal sitzt ein Bogen einen Hauch anders, mal verläuft eine Kontur nicht vollkommen gleichmäßig oder ein Farbfeld ist ein wenig versetzt. Kleine Unterschiede gehören dazu, denn hier entsteht alles in reiner Handarbeit. Kein Teppich gleicht ganz dem anderen, jeder ist ein handgefertigtes Einzelstück.
Auch Gewicht und Materialdichte werden kontrolliert. Dafür wird aus einem Probestück ein immer gleich großer Kreis aus dem Teppich ausgestanzt und gewogen:

Anhand seines Gewichts lässt sich überprüfen, ob die vorgegebene Materialdichte erreicht wird.
Sind schließlich alle Farbfelder gefüllt, beginnt die Feinarbeit Überstehende Fasern kürzt das Team von Hand, die Konturen schneidet es mit einer langen, scharfen Schere freihand nach. Keine Führung, keine Schablone – nur ein geübter Blick und eine erstaunlich sichere Hand.
Die Arbeitsschritte zeigen wir hier an einem anderen Teppichmotiv unseres Produktionspartners.

Die Rückseite erhält eine Beschichtung aus Naturlatex, dabei werden auch die Kanten versäubert. Danach ist der Teppich rutschfest und sicher fürs Kinderzimmer.
Und schließlich tritt der Teppich gut verpackt seine Reise nach Deutschland an, per Containerschiff. Das braucht zwar deutlich mehr Zeit, schont im Vergleich zur Luftfracht aber das Klima.
Was trägt
Nach all den Garnrollen, Nähmaschinen und Arbeitsschritten lohnt sich noch ein anderer Blick – auf die Bedingungen, unter denen hier gearbeitet wird, und auf die Menschen hinter der Produktion.
Unsere Partnerschaft mit den indischen Herstellern besteht seit mehr als 15 Jahren. Damals reiste Michael Hans das erste Mal nach Indien, besuchte die Produktionsstätten und machte sich vor Ort ein Bild von der Qualität der Produkte, den ökologischen Standards – und davon, wie dort gearbeitet wird.

Was er dort sah und erlebte, hat ihn überzeugt. Seit der Zeit gab und gibt es immer wieder gegenseitige Besuche: mal in Indien, oft auch in Deutschland bei uns in Schleswig-Holstein. Bis heute verbindet uns mit den indischen Partnern ein gemeinsamer Wunsch: Mit unserer Arbeit möchten wir dazu beitragen, dass es Mensch und Natur gut geht.
Und was bedeutet das ganz konkret? Vieles sieht man direkt vor Ort
Sicherheit im Arbeitsalltag
Freie Fluchtwege, Brandschutzvorkehrungen und First Aid Kits gehören in den Produktionsstätten zum Alltag.

Feste Strukturen für soziale Belange
Auch dafür gibt es feste Strukturen: Mitarbeitende haben eigene Ansprechpartner und Komitees, in denen ihre Anliegen vertreten werden können.


Wo GOTS nicht nur an der Wand hängt
Das GOTS-Logo begegnet einem in den Produktionsstätten immer wieder. Entscheidend ist aber, was dahinter passiert: Für GOTS-zertifizierte Ware gelten eigene, strenge Vorgaben – sie lagert stets getrennt und klar gekennzeichnet.

Von Indien über Süderbrarup zu dir
Aus unserem Lager in Schleswig-Holstein macht sich eines Tages ein Paket auf den Weg zu dir – mit schönen Dingen für euren Familienalltag. Vielleicht hältst du bald dein Baby im Arm, eingekuschelt in eine weiche Decke. Vielleicht verkleidet sich dein Kind lachend mit den bunten Spieltüchern oder baut auf dem Spielteppich seine ganz eigenen Welten …
Und genau dafür tun wir all das – gemeinsam, von Indien bis Süderbrarup. Für dich und deine Familie. 🌿




