Geschrieben von Björn Köpp am 25. Juni 2026. Zuletzt aktualisiert am 16. Juli 2026.

Jedes Paket erzählt eine Geschichte.
Warum hinter einer guten Verpackung weit mehr steckt als nur ein Karton.
Gut verpackt heißt: mit Verantwortung verschickt
Ein Paket soll ankommen. Unbeschädigt, vollständig und möglichst ohne unnötiges Material. Was einfach klingt, ist bei uns im Lager jeden Tag eine Abwägung.
Denn gute Verpackung bedeutet nicht einfach: Karton nehmen, Ware rein, Füllmaterial dazu, fertig. Es geht darum, die passende Lösung zu finden. Für das Produkt, für den Versandweg, für unsere Kund:innen – und auch für die Ressourcen, mit denen wir umgehen.
Ich bin Björn Köpp und leite bei Hans Natur die Logistik und Gebäudedienste. In meinem Arbeitsalltag sehe ich jeden Tag, wie viele kleine Entscheidungen hinter einem Paket stehen. Die meisten davon sieht man später nicht mehr. Wenn alles gut läuft, kommt die Bestellung einfach ordentlich an. Genau das ist auch das Ziel.

Verpackung beginnt nicht erst am Packtisch
Wenn man über Verpackung spricht, denken viele zuerst an den Versandkarton. Oder an Füllmaterial. Oder daran, ob ein Paket zu groß wirkt.
Das gehört natürlich dazu. Aber aus meiner Sicht beginnt Verpackung viel früher. Schon beim Einkauf der Ware. Bei der Frage, wie Produkte vom Hersteller zu uns kommen. Bei Verkaufsverpackungen, Umverpackungen, einzelnen Plastiktüten oder Hangtags – kleinen Etiketten aus Karton oder Papier, die direkt am Produkt befestigt werden. Eine schöne Verkaufsverpackung kann auch ressourcenschonend umgesetzt werden. Das ist kein Widerspruch.
Hans Natur ist bei nachhaltiger und ressourcenschonender Verpackung auf einem sehr guten Weg. Trotzdem sehen wir gerade bei Neuwarenlieferungen immer wieder: Da geht noch mehr. Dafür müssen Logistik und Einkauf eng zusammenarbeiten. Wenn wir Nachhaltigkeit schon bei der Produktion und Beschaffung stärker mitdenken, sparen wir später nicht nur Material, sondern auch Arbeitsschritte und Abfall.
Ein einfaches Beispiel: Muss wirklich jeder einzelne Babybody in einer Plastiktüte verpackt sein? Oder reicht in bestimmten Fällen auch ein einfaches Hangtag? Solche Fragen wirken klein. In der Gesamtmenge machen sie aber viel aus.

Jede kleine Optimierung zählt
Im Lager sieht man sehr schnell, dass es nicht nur um den einzelnen Karton geht. Es geht um Mengen. Um Wiederholungen. Um Abläufe, die jeden Tag viele Male passieren.
Wenn wir eine Verpackung an einer Stelle verbessern, ist das nicht nur eine kleine Änderung für ein Paket. Es kann sich auf tausende Sendungen auswirken. Jede kleine Optimierung kann in der Gesamtmenge Ressourcen und Müll vermeiden.
Deshalb stehen für mich Prozessoptimierung und Verpackungsoptimierung klar im Vordergrund. Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir bei uns anfangen. Nicht nur der Karton ist für Nachhaltigkeit verantwortlich. Der ganze Prozess ist entscheidend.
Dazu gehört auch, Dinge regelmäßig zu hinterfragen. Nur weil etwas immer so gemacht wurde, muss es nicht für immer richtig sein. Diese Haltung ist mir wichtig.

Was „im Sinne von Hans Natur handeln“ im Versand bedeutet
Für mich heißt das: sinnvoll mit Ressourcen umgehen und gleichzeitig verlässlich arbeiten.
Wenn eine Produktgruppe eine leichtere Versandtasche aus Papier ermöglicht, dann müssen wir nicht automatisch einen stabileren Hartkarton verwenden. Wenn ein Produkt empfindlich ist, müssen wir es dagegen so schützen, dass es heil bei den Kund:innen ankommt. Beides gehört zusammen.
Nachhaltigkeit heißt im Versand nicht einfach, überall Material wegzulassen. Wenn Ware beschädigt ankommt, entsteht am Ende mehr Aufwand: Rücksendung, Ersatzlieferung, neue Verpackung, neuer Transport. Das hilft niemandem.
Darum geht es immer um die richtige Balance: so wenig Verpackung wie möglich, so viel Schutz wie nötig.
Gute Verpackung braucht gute Daten
Damit ein Paket wirklich passend verpackt werden kann, müssen im Hintergrund viele Dinge stimmen.
Sehr wichtig ist eine gute Produktpflege. Größe, Gewicht und andere Daten müssen sauber hinterlegt sein. Unser ERP-Verpackungssystem kann dann eine passende Verpackung vorschlagen. Das hilft uns, Prozesse schlanker zu machen und nicht unnötig Luft zu versenden.
Aber ein System ersetzt nicht die Erfahrung der Mitarbeitenden. Unsere Kolleg:innen im Lager wissen aus dem Alltag sehr genau, worauf es bei bestimmten Produkten ankommt. Diese Erfahrung geben wir in Produkt- und Verpackungsschulungen weiter.
Gerade bei kritischer Ware, zum Beispiel Glas, verwenden wir standardisiertes Polstermaterial. Aber auch dort nur so viel wie nötig. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es beim Transport nie. Dafür sind zu viele Stationen beteiligt. Wir können das Risiko eines Transportschadens aber deutlich reduzieren.

Warum weniger Luft im Paket wichtig ist
Ein großes Thema ist das Ladevolumen. Also die Frage: Wie viel Platz braucht eine Sendung auf dem Weg zu den Kund:innen?
Wenn wir eine Bestellung in einer passenden Verpackung verschicken, sparen wir nicht nur Karton oder Füllmaterial. Wir reduzieren auch das Volumen im Transport. Das ist ein Punkt, der oft unterschätzt wird.
Bei Hans Natur verpacken wir inzwischen einen großen Anteil der Sendungen in Versandtaschen, wenn es zur Ware passt. Dadurch kann sich der Platzbedarf deutlich verringern. Wo sonst mehrere Rollbehälter nötig wären, reichen jetzt viel weniger. Auf demselben Fahrzeug kann heute mehr Ware transportiert werden.
Das ist für mich ein gutes Beispiel dafür, warum Verpackungsoptimierung nicht beim Packtisch endet. Weniger Luft im Paket wirkt sich auf die gesamte Kette aus.
Die Versandtasche als praktische Veränderung
Ein konkretes Beispiel aus den letzten Jahren ist die Einführung leichter Versandtaschen aus Papier.
Wenn die Produktgruppe dafür geeignet ist, sind sie eine sehr sinnvolle Alternative zum Karton. Sie brauchen weniger Material, weniger Platz und lassen sich im Prozess gut einsetzen. Bei Hans Natur konnten wir dadurch den Materialeinsatz deutlich reduzieren.
Solche Veränderungen funktionieren aber nicht einfach dadurch, dass man eine neue Verpackung einführt. Man muss die Mitarbeitenden mitnehmen. Es braucht klare Vorgaben, Schulungen und auch die Bereitschaft, im Alltag wirklich anders zu handeln.
Mir ist dabei wichtig, dass jede und jeder im Team versteht, warum wir etwas verändern. Nur dann wird aus einer Idee ein funktionierender Prozess.

Ordnung hilft dem Team
Bei uns im Lager geht es nicht nur darum, schnell zu arbeiten. Es geht darum, sauber, sicher und nachvollziehbar zu arbeiten.
Kurze und transparente Prozesse helfen dabei. Wenig Umverpackung hilft. Klare Arbeitsplätze helfen. Auch Methoden wie 5S unterstützen uns, Ordnung und Struktur in den Abläufen zu halten (der Begriff 5S kommt ursprünglich aus dem Japanischen und beschreibt fünf Schritte: Sortieren, Systematisieren, Sauber halten, Standardisieren und Selbstdisziplin).
Das klingt vielleicht technisch oder trocken, aber in der Praxis macht es den Unterschied. Wenn ein Arbeitsplatz gut organisiert ist, wenn Verpackungen dort liegen, wo sie gebraucht werden, wenn Zuständigkeiten klar sind, dann arbeitet das Team sicherer und ruhiger.
Ordnung ist für mich kein Selbstzweck. Sie schützt die Menschen, die jeden Tag mit anpacken und sie sorgt dafür, dass wir auch bei schwankendem Paketvolumen handlungsfähig bleiben.
Verlässlichkeit ist Teamarbeit
Ein ordentlich gepacktes Paket entsteht nicht durch eine einzelne Person oder ein einzelnes System.
Dafür braucht es gute Schulung, ein gutes Arbeitsumfeld und Wertschätzung für die Leistung jedes Einzelnen. Gerade wenn das Paketvolumen schwankt, muss das Team flexibel reagieren können. Das funktioniert nur, wenn die Grundlagen stimmen.
Ich sehe meine Aufgabe auch darin, Abläufe so zu gestalten, dass sie für das Team machbar bleiben. Gute Logistik darf nicht nur auf dem Papier funktionieren. Sie muss im Alltag tragen.
Und ja, manchmal heißt das auch: selbst mit anpacken, wenn es nötig ist.

Retouren vermeiden gehört auch dazu
Wenn wir über Ressourcen sprechen, gehört für mich auch der Blick auf Retouren dazu. Nicht jede Rücksendung ist vermeidbar. Manchmal passt ein Artikel nicht, manchmal sieht ein Produkt zu Hause anders aus als erwartet, manchmal gibt es andere gute Gründe für eine Retoure. Das ist völlig nachvollziehbar.
Trotzdem hat jede Rücksendung einen Weg hinter sich: Sie muss transportiert, angenommen, geprüft und wieder in den Prozess eingebunden werden. Oft braucht es dafür erneut Verpackung, Zeit und Arbeitskraft. Deshalb ist es aus meiner Sicht sinnvoll, auch diesen Teil der Kette mitzudenken.
Bei Hans Natur versuchen wir, unsere Abläufe so zu gestalten, dass möglichst wenig unnötiger Aufwand durch Retouren entsteht. Dazu gehören gute Produktinformationen, passende Verpackungen und Prozesse, die regelmäßig geprüft werden. Denn je besser Kund:innen vor der Bestellung einschätzen können, was sie brauchen, desto eher lassen sich vermeidbare Rücksendungen reduzieren.
Auch privat nehme ich das Thema bewusster wahr. Als Vater sieht man sehr direkt, wie viel Verpackung und Material im Alltag zusammenkommen kann. Das macht den Blick dafür schärfer, wo man genauer hinschauen kann: Brauche ich das wirklich? Habe ich genug Informationen? Gibt es eine Möglichkeit, bewusster zu entscheiden?
Ich würde mich freuen, wenn es allgemein weniger Retouren gäbe. Denn jedes Paket bedeutet immer auch wieder Material und Transport. Wenn wir alle an ein paar Stellen bewusster handeln, kann daraus in der Summe viel entstehen. Für die Umwelt und für unsere Kinder.
Der ganze Prozess ist der eigentliche Punkt
In den letzten sieben Jahren haben wir bei Hans Natur im Bereich Logistik und Verpackungsprozesse viel bewegt. Schritt für Schritt sind Abläufe klarer geworden, Verpackungen passender und Entscheidungen bewusster. Das war keine einzelne Maßnahme, sondern eine Entwicklung, an der viele beteiligt waren.
Wichtig war dabei immer der Blick auf den gesamten Prozess. Vom Einkauf über die Produktdaten bis zum Packplatz hängt vieles zusammen. Wenn alle Bereiche mitdenken und gemeinsam anpacken, entstehen Lösungen, die im Alltag funktionieren.
Ich nenne das gern den Blick auf den ganzen Eisberg. Sichtbar ist am Ende nur das Paket. Darunter liegen aber viele Schritte: Abstimmung mit Lieferanten, saubere Produktinformationen, passende Verpackungsvorschläge, Schulungen, Lagerorganisation, Versanddienstleister und vor allem die Erfahrung der Mitarbeitenden.
Wenn man nur auf den Karton schaut, sieht man zu wenig. Wenn man den ganzen Prozess betrachtet, findet man bessere Lösungen. Genau das hat uns in den letzten Jahren vorangebracht.
Was ich mir wünsche, wenn ein Paket geöffnet wird
Wenn Kund:innen ihr Paket von Hans Natur öffnen, wünsche ich mir, dass sie wissen: Logistik ist nicht nur eben mal einpacken.
Bei Hans Natur arbeiten echte Menschen, die jeden Tag ihr Bestes geben. Die prüfen, welche Verpackung passt. Die Ware schützen. Die Material sparen, wo es sinnvoll ist. Die darauf achten, nicht unnötig Luft zu versenden. Und die dafür sorgen, dass Bestellungen zuverlässig bei unseren Kund:innen ankommen, damit die Freude auf die Bestellung noch größer sein kann.
Gute Verpackung ist oft unsichtbar. Aber sie ist wichtig. Für unsere Kund:innen, für unser Team und für den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.

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Björn Köpp
Leiter Logistik & Gebäudedienste
Björn Köpp ist Leiter Logistik & Gebäudedienste bei Hans Natur. Seit fast acht Jahren arbeitet er im Unternehmen und bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung in Lager, Logistik, Teamleitung und Prozesssteuerung mit. Sein Blick auf Logistik ist praktisch und klar: Abläufe müssen funktionieren, Ware muss zuverlässig ankommen und Ressourcen sollen sinnvoll eingesetzt werden.



