Geschrieben von Sascha Hartmann am 24. Juni 2026. Zuletzt aktualisiert am 2. Juli 2026.

Unterwegs mit HANS NATUR – Geschichten vom Stadtradeln

Eigentlich wollte ich nur mal mitmachen

Manchmal reicht ein erster Tritt in die Pedale

Manchmal reicht ein erster Tritt in die Pedale

Zwölf Kilometer, frische Luft und Zeit, den Arbeitstag hinter sich zu lassen.

Vor vier Jahren haben eine Handvoll Mitarbeitende von HANS NATUR zum ersten Mal am bundesweiten Stadtradeln teilgenommen. Inzwischen ist die Aktion fester Bestandteil des Frühsommers geworden. Aus der kleinen Gruppe von damals wurden viele Teilnehmende – fast die Hälfte der Belegschaft.

Sascha Hartmann war von Anfang an dabei. Was mit ein paar gefahrenen Kilometern begann, veränderte seinen Alltag stärker, als er damals gedacht hätte.

Ich? Radfahren?

Wenn ich heute erzähle, dass ich jeden Tag mit dem Fahrrad unterwegs bin, glauben viele, dass ich schon immer gerne Rad gefahren bin. Dabei war das sehr lange überhaupt nicht so.

Klar, ich hatte ein Fahrrad. Aber das stand die meiste Zeit im Schuppen. Vielleicht ein- oder zweimal im Jahr bin ich damit gefahren. Mehr nicht. Die Vorstellung, damit regelmäßig unterwegs zu sein, war für mich damals ziemlich weit weg.

Dann habe ich bei HANS NATUR angefangen. Zu der Zeit wurde für die Mitarbeitenden zum ersten Mal das Jobrad angeboten – also die Möglichkeit, sich über die Firma ein Fahrrad zu leasen. Ich hatte schon länger mit einem E-Bike geliebäugelt.

Gleichzeitig stand das Stadtradeln vor der Tür, an dem einige aus der Firma als Team teilnehmen wollten. Das fand ich irgendwie spannend. Es kam eins zum anderen. Da habe ich gedacht: Ich mach das jetzt.

Also habe ich die Gelegenheit genutzt und mir ein E-Bike zugelegt. Mehr war das am Anfang eigentlich nicht: kein großer Plan, kein Vorsatz. Ich wollte es einfach ausprobieren und ein bisschen beim Stadtradeln mitmachen.

Damals hätte ich nicht gedacht, was sich daraus entwickeln würde.

Saschas Fahrrad vor dem Wasser
Saschas Sylt Tour

Und dann bin ich immer weitergefahren

Ich hatte also mein neues E-Bike. Am Anfang war es doch noch ziemlich ungewohnt. Zwölf Kilometer morgens früh zur Arbeit mit dem Fahrrad? Das fühlte sich erst einmal seltsam an. Aber man fährt die Strecke ein paar Mal. Dann noch einmal. Und irgendwann denkt man gar nicht mehr darüber nach.

Aber wir sind hier in Norddeutschland. Wer nur bei Sonnenschein fährt, kommt nicht besonders weit. Also holt man sich Regenkleidung und fährt auch bei schlechtem Wetter. Heute hält mich eigentlich nur noch Schnee oder Eis davon ab, loszufahren.

Saschas Fahrrad - selbst bei Schnee unterwegs
Aber auch nicht immer

Gemeinsam im Sattel

Aber ich war nicht der Einzige, bei dem daraus mehr geworden ist. Als es mit dem Stadtradeln losging, waren wir nur ein paar Leute. Heute machen viele Kolleginnen und Kollegen mit und für viele ist es eine Routine geblieben.

Besonders in den drei Wochen der Aktion ist das Radfahren ein Gesprächsthema bei uns. Dann geht es darum, wer abends noch unterwegs war, welche Strecke gefahren wurde oder wie viele Kilometer inzwischen zusammengekommen sind.

Man motiviert sich gegenseitig und schaut natürlich auch mal, wer gerade die meisten Kilometer gesammelt hat.

Stadtradel Fahrräder vor HANS NATUR

Der Chef zieht mit

Unser Chef hat die Aktion von Anfang an begleitet und unterstützt. Er lässt sich immer wieder etwas einfallen, um das Team zusätzlich zu motivieren.

Am Anfang wurden noch die drei Erstplatzierten belohnt. Schnell haben wir aber gemerkt, dass das eigentlich nicht zum Gedanken der Aktion passt. Seitdem steht das gemeinsame Ziel im Mittelpunkt.

Dieses Jahr sagte der Chef: Wenn ihr die 5000 Kilometer schafft, lade ich euch alle zum Essen ein.

Mit mehr als 6.000 Kilometern haben wir das Ziel deutlich übertroffen. Laut der Stadtradeln-App entspricht das einer Einsparung von mehr als einer Tonne CO₂. Jeder trägt seinen Teil dazu bei. Und gemeinsam erreichen wir etwas.

Bei HANS NATUR sprechen wir jeden Tag über Nachhaltigkeit und bewusstes Handeln. Morgens, wenn ich an unserem Fahrradunterstand ankomme und die vielen Fahrräder sehe, merke ich: Wir reden nicht nur über diese Themen, wir leben sie auch. Das gefällt mir total gut.

Fahrrad mit Meerblick

Die Bahntrasse und das große Nichts

Aber Radfahren ist für mich noch viel mehr.

Der schönste Teil ist für mich bis heute die Fahrt nach Hause. Morgens fahre ich meist den direkten Weg. Nachmittags nehme ich oft die alte Bahntrasse. Dort sehe ich auf dem ganzen Weg nach Hause kein einziges Auto. Es ist ruhiger. Man hört keinen Verkehrslärm und sieht Landschaften und Natur, die man aus dem Auto gar nicht wahrnimmt.

Ich merke das richtig, wenn ich doch mal im Auto sitze: Da gibt man Gas, will vorankommen und erwischt sich bei dem Gedanken: „Warum schleicht der da vorne eigentlich mit 70 hier lang?“ Auf dem Fahrrad mit meinen 25 km/h juckt mich das alles überhaupt nicht mehr. Dieser ganze innerliche Zeitdruck, den man sich ja eigentlich nur selbst aufbaut, ist auf dem Rad komplett weg.

Viele fragen mich, was mir auf diesen Fahrten durch den Kopf geht. Die ehrliche Antwort lautet: Eigentlich gar nichts. Und genau das ist das Schöne daran.

Wenn der Arbeitstag anstrengend war und es viel zu erledigen gab, möchte ich das nicht mit nach Hause nehmen. Meistens gelingt das auch. Ich höre Podcasts und Hörbücher, Musik eher weniger. Am Anfang hört man oft gar nicht richtig zu. Die Gedanken hängen noch bei der Arbeit. Irgendwann ist man dann in der Geschichte drin. Und das andere verschwindet.

Saschas Fahrrad vor einem Haus

Wenn ich zu Hause ankomme, bin ich gedanklich längst im Feierabend angekommen.

Manchmal ist ein Hörbuch so spannend, dass ich noch eine kleine Schleife fahre, um zu erfahren, wie es ausgeht. Vor ein paar Jahren hätte ich über so einen Satz wahrscheinlich gelacht.

So sind in diesem Jahr rund 12.000 Kilometer zusammengekommen. Das klingt vielleicht nach ziemlich viel. Ich wundere mich teilweise selbst. Aber ein großer Teil kommt irgendwie ganz automatisch zusammen. Der tägliche Arbeitsweg macht schon einiges aus. Dazu kommen Einkäufe, Besuche bei Familie und Freunden oder Fahrten an die Ostsee. Ich fahre nicht los, um Kilometer zu sammeln. Meistens habe ich einfach ein Ziel.

Sascha und der Riese von Ulsnis

Und irgendwann war da diese Frage

Je mehr ich Rad gefahren bin, desto seltener brauchte ich mein Auto. Zuerst fiel mir das gar nicht so auf. Aber irgendwann stand es die meiste Zeit einfach nur noch rum. Für den Arbeitsweg brauchte ich es längst nicht mehr. Für viele Besorgungen ebenfalls nicht. Denn für größere Einkäufe hatte ich inzwischen einen Fahrradanhänger. Und irgendwann stellte ich mir die Frage:

Brauche ich mein Auto eigentlich noch?

Das war schon ein seltsamer Gedanke. Schließlich wohnen wir hier auf dem Land. Gute Busverbindungen gibt es hier kaum und viele Wege werden ganz selbstverständlich mit dem Auto gefahren. Aber für mich funktionierte es immer mehr auch ohne.

Also habe ich mein Auto abgemeldet und verkauft. Das war vor drei Jahren.

Die ersten Monate waren mit Sicherheit gewöhnungsbedürftig. Aber mit der Zeit hat sich alles eingespielt. Eine Einschränkung ist es für mich nicht. Im Gegenteil. Mittlerweile empfinde ich es als Freiheit, kein eigenes Auto mehr zu haben. Kein Tanken. Keine Reparaturen, Steuern, Versicherung. Kein Nachdenken darüber.

Wenn ich tatsächlich im Winter bei Schnee und Eis ein Auto brauche, nutze ich das Dorf-Shuttle. Und wenn alle ein bis zwei Monate ein Großeinkauf ansteht, leihe ich mir ein Mietauto.

Vor vier Jahren hätte ich mir das alles nicht vorstellen können. Damals stand mein Fahrrad die meiste Zeit im Schuppen.

Wenn ich das Ganze ansehe, dann ist das vielleicht die wichtigste Erkenntnis:

Veränderungen beginnen nicht immer mit einem großen Plan. Manchmal beginnen sie damit, dass man etwas einfach ausprobiert.

Unsere Stadtradler machen Pause am Wasser

Und jetzt gehen wir mit unserem Chef schön essen.

Sascha Hartmann

Sascha Hartmann

Produktfotograf

Sascha Hartmann ist als Produktfotograf bei Hans Natur für die professionelle visuelle Darstellung neuer Produkte verantwortlich. Im firmeneigenen Fotostudio erstellt er hochwertige Produktaufnahmen und übernimmt anschließend die Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop, um eine konsistente und detailgetreue Bildsprache sicherzustellen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Bildgenerierung und Bildgestaltung. Durch von Hans Natur geförderte Lehrgänge konnte er seine Kompetenzen in diesem Bereich gezielt ausbauen und verbindet so fotografisches Fachwissen mit modernen digitalen Technologien.