HANS NATUR – hinter den Kulissen
vom 02.07.2026
Unterwegs mit HANS NATUR – Geschichten vom Stadtradeln Eigentlich wollte ich nur mal mitmachen
Unterwegs mit HANS NATUR – Geschichten vom Stadtradeln Eigentlich wollte ich nur mal mitmachen Vor vier Jahren haben eine Handvoll Mitarbeitende von HANS NATUR zum ersten Mal am bundesweiten Stadtradeln teilgenommen. Inzwischen ist die Aktion fester Bestandteil des Frühsommers geworden. Aus der kleinen Gruppe von damals wurden viele Teilnehmende – fast die Hälfte der Belegschaft. Sascha Hartmann war von Anfang an dabei. Was mit ein paar gefahrenen Kilometern begann, veränderte seinen Alltag stärker, als er damals gedacht hätte. Und dann bin ich immer weitergefahren Ich hatte also mein neues E-Bike. Am Anfang war es doch noch ziemlich ungewohnt. Zwölf Kilometer morgens früh zur Arbeit mit dem Fahrrad? Das fühlte sich erst einmal seltsam an. Aber man fährt die Strecke ein paar Mal. Dann noch einmal. Und irgendwann denkt man gar nicht mehr darüber nach. Aber wir sind hier in Norddeutschland. Wer nur bei Sonnenschein fährt, kommt nicht besonders weit. Also holt man sich Regenkleidung und fährt auch bei schlechtem Wetter. Heute hält mich eigentlich nur noch Schnee oder Eis davon ab, loszufahren. Gemeinsam im Sattel Aber ich war nicht der Einzige, bei dem daraus mehr geworden ist. Als es mit dem Stadtradeln losging, waren wir nur ein paar Leute. Heute machen viele Kolleginnen und Kollegen mit und für viele ist es eine Routine geblieben. Besonders in den drei Wochen der Aktion ist das Radfahren ein Gesprächsthema bei uns. Dann geht es darum, wer abends noch unterwegs war, welche Strecke gefahren wurde oder wie viele Kilometer inzwischen zusammengekommen sind. Man motiviert sich gegenseitig und schaut natürlich auch mal, wer gerade die meisten Kilometer gesammelt hat. Der Chef zieht mit Unser Chef hat die Aktion von Anfang an begleitet und unterstützt. Er lässt sich immer wieder etwas einfallen, um das Team zusätzlich zu motivieren. Am Anfang wurden noch die drei Erstplatzierten belohnt. Schnell haben wir aber gemerkt, dass das eigentlich nicht zum Gedanken der Aktion passt. Seitdem steht das gemeinsame Ziel im Mittelpunkt. Dieses Jahr sagte der Chef: Wenn ihr die 5000 Kilometer schafft, lade ich euch alle zum Essen ein. Mit mehr als 6.000 Kilometern haben wir das Ziel deutlich übertroffen. Laut der Stadtradeln-App entspricht das einer Einsparung von mehr als einer Tonne CO₂. Jeder trägt seinen Teil dazu bei. Und gemeinsam erreichen wir etwas. Bei HANS NATUR sprechen wir jeden Tag über Nachhaltigkeit und bewusstes Handeln. Morgens, wenn ich an unserem Fahrradunterstand ankomme und die vielen Fahrräder sehe, merke ich: Wir reden nicht nur über diese Themen, wir leben sie auch. Das gefällt mir total gut. Die Bahntrasse und das große Nichts Aber Radfahren ist für mich noch viel mehr. Der schönste Teil ist für mich bis heute die Fahrt nach Hause. Morgens fahre ich meist den direkten Weg. Nachmittags nehme ich oft die alte Bahntrasse. Dort sehe ich auf dem ganzen Weg nach Hause kein einziges Auto. Es ist ruhiger. Man hört keinen Verkehrslärm und sieht Landschaften und Natur, die man aus dem Auto gar nicht wahrnimmt. Ich merke das richtig, wenn ich doch mal im Auto sitze: Da gibt man Gas, will vorankommen und erwischt sich bei dem Gedanken: „Warum schleicht der da vorne eigentlich mit 70 hier lang?“ Auf dem Fahrrad mit meinen 25 km/h juckt mich das alles überhaupt nicht mehr. Dieser ganze innerliche Zeitdruck, den man sich ja eigentlich nur selbst aufbaut, ist auf dem Rad komplett weg. Viele fragen mich, was mir auf diesen Fahrten durch den Kopf geht. Die ehrliche Antwort lautet: Eigentlich gar nichts. Und genau das ist das Schöne daran. Wenn der Arbeitstag anstrengend war und es viel zu erledigen gab, möchte ich das nicht mit nach Hause nehmen. Meistens gelingt das auch. Ich höre Podcasts und Hörbücher, Musik eher weniger. Am Anfang hört man oft gar nicht richtig zu. Die Gedanken hängen noch bei der Arbeit. Irgendwann ist man dann in der Geschichte drin. Und das andere verschwindet. Wenn ich zu Hause ankomme, bin ich gedanklich längst im Feierabend angekommen. Manchmal ist ein Hörbuch so spannend, dass ich noch eine kleine Schleife fahre, um zu erfahren, wie es ausgeht. Vor ein paar Jahren hätte ich über so einen Satz wahrscheinlich gelacht. So sind in diesem Jahr rund 12.000 Kilometer zusammengekommen. Das klingt vielleicht nach ziemlich viel. Ich wundere mich teilweise selbst. Aber ein großer Teil kommt irgendwie ganz automatisch zusammen. Der tägliche Arbeitsweg macht schon einiges aus. Dazu kommen Einkäufe, Besuche bei Familie und Freunden oder Fahrten an die Ostsee. Ich fahre nicht los, um Kilometer zu sammeln. Meistens habe ich einfach ein Ziel. Und irgendwann war da diese Frage Je mehr ich Rad gefahren bin, desto seltener brauchte ich mein Auto. Zuerst fiel mir das gar nicht so auf. Aber irgendwann stand es die meiste Zeit einfach nur noch rum. Für den Arbeitsweg brauchte ich es längst nicht mehr. Für viele Besorgungen ebenfalls nicht. Denn für größere Einkäufe hatte ich inzwischen einen Fahrradanhänger. Und irgendwann stellte ich mir die Frage: Brauche ich mein Auto eigentlich noch? Das war schon ein seltsamer Gedanke. Schließlich wohnen wir hier auf dem Land. Gute Busverbindungen gibt es hier kaum und viele Wege werden ganz selbstverständlich mit dem Auto gefahren. Aber für mich funktionierte es immer mehr auch ohne. Also habe ich mein Auto abgemeldet und verkauft. Das war vor drei Jahren. Die ersten Monate waren mit Sicherheit gewöhnungsbedürftig. Aber mit der Zeit hat sich alles eingespielt. Eine Einschränkung ist es für mich nicht. Im Gegenteil. Mittlerweile empfinde ich es als Freiheit, kein eigenes Auto mehr zu haben. Kein Tanken. Keine Reparaturen, Steuern, Versicherung. Kein Nachdenken darüber. Wenn ich tatsächlich im Winter bei Schnee und Eis ein Auto brauche, nutze ich das Dorf-Shuttle. Und wenn alle ein bis zwei Monate ein Großeinkauf ansteht, leihe ich mir ein Mietauto. Vor vier Jahren hätte ich mir das alles nicht vorstellen können. Damals stand mein Fahrrad die meiste Zeit im Schuppen. Wenn ich das Ganze ansehe, dann ist das vielleicht die wichtigste Erkenntnis: Veränderungen beginnen nicht immer mit einem großen Plan. Manchmal beginnen sie damit, dass man etwas einfach ausprobiert. Und jetzt gehen wir mit unserem Chef schön essen.