Geschrieben von Martina Moldenhauer am 22. Juni 2026. Zuletzt aktualisiert am 16. Juli 2026.
Zu Hause bei HANS NATUR – Geschichten aus der Küche
Wo aus Mittagspausen Begegnungen werden

Mehr als eine Mittagspause
Ein gemeinsames Essen schafft oft genau die Gespräche, für die im Arbeitsalltag sonst kaum Zeit bleibt.
Vor gut einem Jahr begann bei HANS NATUR ein Experiment: ein gemeinsames Mittagessen für alle, die mitmachen möchten. Heute ist daraus ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags geworden. Martina Moldenhauer kocht seitdem für ihre Kolleginnen und Kollegen. Von der Küche aus erlebt sie jeden Tag, wie Menschen ins Gespräch kommen, neue Verbindungen entstehen und aus einer Mittagspause mehr wird als nur eine gemeinsame Mahlzeit.
Die Tasse Kaffee
Wenn am Morgen die ersten Kolleginnen und Kollegen bei HANS NATUR ankommen, führt für viele der erste Weg direkt in die Küche. Denn hier duftet es schon nach frischem Kaffee.
Ich fange morgens um halb sieben an, damit alles vorbereitet ist. Zuerst mache ich die Küche startklar, schaue ins Rezept, prüfe die Lebensmittel, mache einen Plan für den Tag und koche den ersten Kaffee. Das gehört zu meinem Alltag. Besonders macht meine Arbeit aber etwas anderes.
Es ist das, was ich jeden Morgen beobachten kann. Viele kommen noch etwas verschlafen in die Küche. Dann gibt es den ersten Kaffee. Kurz darauf den zweiten. Und irgendwann wird aus den müden Gesichtern eine fröhliche Runde.
Es wird ein bisschen rumgealbert, gelacht und über alles Mögliche gesprochen. Meistens gar nicht über die Arbeit, sondern über das Wetter, das Wochenende oder einfach darüber, wie es einem gerade geht.
Wer jeden Tag hier steht, bekommt vieles mit. Nicht die großen Dinge, sondern die kleinen Momente dazwischen. Man merkt, wenn jemand gute Laune hat. Man merkt aber auch, wenn jemand einen schlechten Tag erwischt hat.
Dann hilft manchmal schon ein kurzer Schnack oder ein kleiner Scherz. Und dann startet man einfach gemeinsam in den Tag.



Ein bisschen Mut auf dem Speiseplan
Nach dem Kaffee geht es für mich direkt an den Herd.
Inzwischen sind weit über 100 Gerichte in meiner Sammlung zusammengekommen. Manche koche ich regelmäßig, andere probiere ich zum ersten Mal aus. Ich suche mir die Rezepte alle selbst aus, aber oft entstehen auch neue Ideen durch Gespräche mit den Kolleginnen und Kollegen. Da kommt mit der Zeit einiges zusammen – von vegetarischen Gerichten bis zu den Klassikern, die immer wieder gerne gegessen werden.
Unsere IT hat extra für unsere Küche und das gemeinsame Mittagessen eine eigene App gebaut. Das funktioniert richtig gut: Ich kann dort meine Rezepte eingeben und die App berechnet mir direkt die passenden Mengen für den Tag. Besonders schön ist, dass die Mitarbeitenden in der App auch Bewertungen abgeben können. So bekomme ich direkt Rückmeldung, was besonders gut ankam.
Auch nach vielen Jahren in der Küche lerne ich immer noch dazu. Manche Gerichte habe ich tatsächlich zum ersten Mal gekocht, als sie bei uns auf dem Speiseplan standen.
Das ist vielleicht ein bisschen mutig, wenn gleich viele Menschen mitessen. Aber es schmeckt eigentlich immer allen richtig lecker – und wenn mal etwas nicht so ankommt, heißt es eben: „Okay, war gut, aber müssen wir jetzt nicht jede Woche haben.“ Genau dieses gemeinsame Ausprobieren macht mir einfach Spaß.

Alle an einem Tisch
Als ich vor gut einem Jahr bei HANS NATUR angefangen habe, wusste ich nicht, wie sich das entwickeln würde. Viele Kolleginnen und Kollegen hatten da noch ihr eigenes Essen dabei oder haben sich selbst etwas gemacht. Ob ein gemeinsames Mittagessen wirklich angenommen wird, konnte damals niemand wissen.
Heute sitzen Kolleginnen und Kollegen aus dem Lager, aus dem Büro, aus der IT, aus dem Kundenservice und aus vielen anderen Bereichen gemeinsam an einem Tisch. Auch die Geschäftsleitung sitzt ganz selbstverständlich mittendrin.
Was mich besonders freut: Am Mittagstisch spielt es eigentlich keine Rolle, wer welche Position hat.
Ich habe erlebt, wie Kolleginnen und Kollegen, die im Arbeitsalltag kaum Berührungspunkte hatten, plötzlich gemeinsam am Tisch saßen und miteinander ins Gespräch kamen. Anfangs sind viele noch etwas zurückhaltend. Das ist ganz normal. Aber oft dauert es nicht lange, bis die Gespräche länger werden und man merkt, wie die Menschen miteinander warm werden.
Besonders schön finde ich das bei neuen Kolleginnen und Kollegen. Beim gemeinsamen Essen kommt man schnell ins Gespräch. Man lernt die Menschen hinter den Namen kennen und findet leichter Anschluss.
Für mich ist das eine der schönsten Entwicklungen der vergangenen Monate.
Natürlich hat inzwischen fast jeder seinen Lieblingsplatz gefunden. Aber die Tische bleiben gemischt. Man sitzt einfach zusammen.

Wertvoll bis zum letzten Löffel
Zu einem guten Mittagessen gehört für mich nicht nur das Kochen. Es gehört auch dazu, Lebensmittel wertzuschätzen. Deshalb wird bei uns nichts einfach weggeworfen, wenn einmal etwas übrigbleibt. Lebensmittel sind schließlich wertvoll.
Meist findet sich jemand, der noch eine Portion mit nach Hause nimmt. Manchmal nimmt Herr Hans etwas mit oder schlägt Kolleginnen und Kollegen vor, die sich noch über eine Portion freuen würden.
Das finde ich schön. Schließlich steckt in jedem Gericht Arbeit, Zeit und gute Zutaten. Umso besser, wenn das Essen am Ende auch wirklich gegessen wird. Für mich gehört das genauso dazu wie das Kochen selbst: sorgfältig planen, verantwortungsvoll mit Lebensmitteln umgehen und dafür sorgen, dass möglichst nichts weggeworfen wird.
Vertrauenssache
Was ich an meiner Arbeit ebenfalls schätze: Ich kann vieles eigenständig entscheiden.
Natürlich gibt es den Speiseplan und die Anmeldungen. Aber wie ich meinen Tag organisiere, welche Vorbereitungen ich treffe oder welche neuen Gerichte ich ausprobiere, liegt weitgehend in meiner Hand.
Niemand sagt mir morgens, was ich tun soll. Ich weiß, was zu erledigen ist, und kann meine Arbeit selbst gestalten. Wenn ich eine Idee habe oder etwas für die Küche brauche, wird zugehört. Oft findet sich dann auch schnell eine Lösung. Das schätze ich sehr.

Manchmal gehört auch ein Feueralarm dazu
Nach dem Essen wird nicht sofort aufgestanden. Viele bleiben noch einen Moment sitzen. Manche trinken noch einen Kaffee und legen die Füße hoch. Andere unterhalten sich weiter oder gehen später noch eine kleine Runde spazieren.
Für mich ist das immer ein gutes Zeichen. Wenn Menschen sich Zeit nehmen, obwohl die Pause eigentlich vorbei ist, dann fühlen sie sich wohl.
Und manchmal entstehen dabei auch die Geschichten, über die wir noch lange lachen.
Zum Beispiel meine Feueralarm-Geschichten.
Ja, ich habe tatsächlich schon mehr als einmal den Feueralarm ausgelöst. Beim ersten Mal war ich ziemlich erschrocken. Die Küche war nur ein bisschen verqualmt, aber das hat schon ausgereicht. Der Alarm ging ohrenbetäubend los und alle mussten nach draußen.
Heute kann ich darüber lachen.
Inzwischen weiß ich, wann es brenzlig wird, und mache das Fenster lieber einen Moment früher auf.
Aber ein kleiner Scherz über den Feueralarm gehört inzwischen irgendwie dazu.
Das echte Rezept
Wenn mich jemand fragt, was eine gute Mittagspause ausmacht, dann muss ich nicht lange überlegen.
Die Menschen sollen satt und zufrieden sein. Sie sollen mit guter Laune zurück an ihren Arbeitsplatz gehen. Mehr braucht es manchmal gar nicht.
Wenn mittags alle zusammen am Tisch sitzen, dann sehe ich nicht zuerst Lager, Büro, IT oder Geschäftsleitung.
Ich sehe Menschen, die miteinander reden, lachen und ihre Pause gemeinsam verbringen.
Manche bleiben nach dem Essen noch auf einen Kaffee sitzen. Andere erzählen von ihrem Wochenende oder schmieden schon Pläne für den Feierabend. Für mich sind das die Momente, die zeigen, dass sich die Menschen hier wohlfühlen.

Und genau das macht die Küche für mich zu etwas Besonderem.
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Martina Moldenhauer
Köchin & Reinigungskraft
Martina Moldenhauer ist Köchin bei HANS NATUR und begleitet seit dem Start des gemeinsamen Mittagessens den Alltag vieler Kolleginnen und Kollegen. Sie schreibt über das Miteinander, gutes Essen und die kleinen Geschichten, die rund um den Mittagstisch entstehen.











