Geschrieben von Lönna Herzigkeit am 2. Juli 2026. Zuletzt aktualisiert am 16. Juli 2026.

Einfach machen

AUSZUBILDENE LÖNNA

AUSZUBILDENE LÖNNA

Wie sie ihren eigenen Weg gefunden hat

Noch einmal neu anfangen

Mein Weg zu HANS NATUR war erst einmal gar nicht so geplant.
Nach der Schule habe ich erst ein Freiwilliges Soziales Jahr bei den Kappelner Werkstätten gemacht. Danach begann ich eine Ausbildung in der Pflege, weil ich dachte, dass das genau das Richtige für mich wäre.

Schon während der ersten Praxiseinsätze habe ich gemerkt, dass ich mir den Beruf ganz anders vorgestellt hatte. Also habe ich die Ausbildung wieder beendet und zunächst in einem Supermarkt gearbeitet.

In dieser Zeit musste ich immer wieder an das Praktikum denken, das ich während der Schulzeit bei HANS NATUR gemacht hatte. Die Arbeit hatte mir damals schon gefallen. Vor allem aber waren mir die Menschen in Erinnerung geblieben.

Deshalb habe ich mich hier noch einmal beworben. Vorher habe ich aber noch einmal ein Praktikum gemacht. Ich wollte einfach wissen, ob sich mein Gefühl von damals bestätigt.

Das hat es.

Ankommen

Durch die Praktika fiel mir der Einstieg zwar leichter. Trotzdem musste ich mich erst einmal in meine neue Rolle als Auszubildende einfinden. So vieles war noch neu für mich.

Mir hat geholfen, dass ich mit Andrea und Kersten, meinen Kolleginnen aus dem Lager, zwei feste Ansprechpartnerinnen hatte. Ich wusste einfach: Wenn ich etwas nicht weiß oder Hilfe brauche, kann ich zu ihnen gehen. Dadurch habe ich mich irgendwann einfach getraut, Fragen zu stellen und Dinge auszuprobieren. So wurde es immer leichter.

Die Arbeit im Lager gefällt mir, weil kein Tag wie der andere ist. Man ist in Bewegung, lernt ständig etwas Neues und bekommt immer wieder Aufgaben, die man vorher noch nicht gemacht hat.

Das wird bestimmt kompliziert

Eines Tages fragte mich Kersten, ob ich Lust hätte, gemeinsam ein Projekt umzusetzen. Sie hatte schon einmal mit anderen Auszubildenden ein Insektenhotel gebaut und wollte gern wieder etwas mit einem Azubi auf die Beine stellen.

Wir überlegten, was gut zu HANS NATUR passen könnte. So entstand die Idee für ein Hochbeet auf der Terrasse vor unserer Küche. Als Kersten davon sprach, war mein erster Gedanke:

Das wird bestimmt ziemlich kompliziert.

Bevor wir überhaupt loslegen konnten, sollte ich aber unser Projekt vorstellen – mit einer PowerPoint. Vor der Geschäftsleitung. Als ich das erfuhr, war mir schon ziemlich mulmig.

Zum Glück musste ich das aber nicht von heute auf morgen machen. Gemeinsam mit Kersten habe ich zuerst alle Informationen gesammelt, die Materialien und Kosten zusammengestellt. Das habe ich anschließend alles in die Präsentation eingebaut.
Und dann haben wir das Vortragen geübt. Immer wieder. Das hat mir sehr geholfen.

Als ich schließlich vor der Geschäftsleitung stand, war ich zwar immer noch aufgeregt. Aber die Geschäftsleitung war ganz lieb. Und die Präsentation lief gut. Sie haben unserem Projekt zugestimmt und wir konnten loslegen.

Jetzt bist du dran

Wir besorgten das Material, holten die Paletten aus dem Lager und machten uns an die Arbeit.

Björn, der Lagerchef, zeigte mir zuerst, wie man die Paletten mit einem Gasbrenner abflämmt, um das Holz haltbarer zu machen.
Dann drückte er mir den Brenner in die Hand.

Jetzt bist du dran.

Das hat echt Spaß gemacht.
So ging es dann weiter: Erst wurde mir etwas gezeigt. Danach durfte ich es selbst ausprobieren. Ich sägte Leisten zu, verschraubte die Paletten und half beim Zusammenbau. Anschließend füllten wir die Kübel mit Kies als Drainage, dann mit Erde. Wir bepflanzten das Hochbeet mit Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Kürbissen, Zucchini, Möhren und Kräutern – alles für unsere Küche. Denn wir hatten Martina, unsere Köchin, vorher gefragt, welches Gemüse sie gut gebrauchen kann.

Wenn ich heute am Beet vorbeigehe, habe ich ein gutes Gefühl. Am Anfang hatte ich gedacht, dass das alles bestimmt ziemlich schwierig wird. Im Nachhinein war es eigentlich gar nicht so schwer.

Seitdem denke ich bei neuen Aufgaben oft: Erst mal anfangen. Das wird schon.

Plötzlich wird alles klar

Auch in der Berufsschule merke ich immer wieder, wie hilfreich es ist, Dinge praktisch auszuprobieren.

Einmal ging es um den Begriff „lotrecht". Ich konnte mir darunter überhaupt nichts vorstellen. Als ich Björn davon erzählte, nahm er mich mit zu einem Palettenstapel. Er befestigte an einem langen Faden ein Gewicht und bat mich, das Lot neben den Stapel zu halten. Da habe ich sofort verstanden, was „lotrecht“ bedeutet.

Plötzlich war es logisch.

Wenn ich jetzt in der Schule etwas nicht verstehe, frage ich einfach bei Björn nach. Dann nimmt er sich Zeit, setzt sich mit mir hin und erklärt es so, dass ich es wirklich verstehe. Oft zeigt er mir die Dinge auch ganz praktisch. Das macht vieles klarer.

Wenn mir einmal ein Fehler passiert, habe ich noch nie Ärger bekommen. Dann sprechen wir einfach darüber, wie ich vorgegangen bin. Meist merke ich dabei selbst, an welcher Stelle ich falsch abgebogen bin. Danach weiß ich, wie es richtig geht, und der Fehler passiert mir meistens nicht noch einmal.

So habe ich gemerkt, dass man keine Angst davor haben muss, etwas noch nicht zu können.

Gar nicht so schwer

Wenn ich auf mein erstes Ausbildungsjahr zurückblicke, merke ich vor allem eines:
Ich bin nicht mehr so zögerlich wie am Anfang.
Ich traue mir heute mehr zu.

Deshalb würde ich neuen Auszubildenden auch nur einen Rat geben:

Traut euch einfach, Neues auszuprobieren – und viel zu fragen.
Ihr müsst nicht von Anfang an schon alles können.
Mit der Zeit wird man mutiger.

So war es bei mir auch.


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Azubi bei HANS NATUR

Lönna ist Auszubildende im Lager bei HANS NATUR und hat ihren Weg über ein Praktikum ins Unternehmen gefunden. Sie schätzt die abwechslungsreiche Arbeit, das unterstützende Team und hat gelernt, sich mehr zuzutrauen und neue Herausforderungen mutig anzunehmen.