Ohrkerzen - ein Hausmittel der Naturvölker

Ohrkerzen gehören seit über 900 Jahren zum Heilmittelschatz der Naturvölker, insbesondere der Ureinwohner Nord- und Mittelamerikas sowie der Völker im indonesischen und asiatischen Raum. Erst vor ca. 30 Jahren sind Ohrkerzen auch in Europa bekannt geworden und haben zunehmend Eingang in naturheilkundliche Praxen gefunden. Sie sind ein sehr sanftes Mittel, das gerne bei Problemen im Ohren- und Nasennebenhöhlenbereich angewendet wird. Aber auch die Behandlung und/oder Therapie anderer verbreiteter Alltagsleiden, Stress und Erschöpfungszustände können von einer Ohrkerzenanwendung begleitet und unterstützt werden.

Der Ursprung ist nicht ganz bekannt

Ganz sicher kann niemand sagen, woher die Ohrkerzen eigentlich stammen. Nach aktuellem Forschungsstand könnte der Ursprung in Nord- oder Mittelamerika liegen oder aber in Asien oder im Ural zu suchen sein. Man weiß, dass die Schamanen sie für Zeremonien bei verschiedenen Ritualen einsetzten und schon die Herstellung als mystische Angelegenheit galt.

Inhaltsstoffe und Aussehen

Ohrkerzen sind hohle Röhrchen von ca. 6 - 10 mm Durchmesser und einer Länge von 18 - 30 cm. Sie bestehen aus Leinen, Baumwolle oder Hanf, nachdem diese zuvor mit Bienenwachs gehärtet und mit Honig getränkt wurden. Es gibt viele verschiedene Sorten Ohrkerzen. Einige werden mit ätherischen Ölen angereichert, andere mit pulverisierten Heilpflanzen, die entsprechend ihrer natürlichen Wirkkräfte den Erholungsprozess unterstützen: Thymian empfiehlt sich zum Beispiel bei Erkältungskrankheiten, Melisse beruhigt, Zitrone macht wach und Eukalyptus belebt. - Die genaue prozentuale Zusammensetzung bleibt dabei Geheimnis der Hersteller.

Anwendung

Vorbereitung

Bei der Ohrenkerzenanwendung liegt die Person entspannt auf der Seite. Ein bequemes, aber nicht zu weiches Kissen oder ein mehrfach zusammengefaltetes Badehandtuch gleicht die Differenz zur Schulter aus. - In erreichbarer Nähe zur liegenden Person befindet sich ein mit Leitungswasser gefülltes Glas, in dem später die heruntergebrannten Kerzen gelöscht werden. - Nun wird die Ohrkerze von einer zweiten Person (dem Therapeuten) mit einer leichten drehenden Bewegung vorsichtig und ohne Druck senkrecht auf dem Ohrkanal positioniert. Eine behutsame Vorgehensweise ist dabei unverzichtbar. Keinesfalls darf die Ohrkerze zu tief oder gewaltsam in den Ohrkanal gedrückt werden.

Abbrennen der Ohrkerzen

Jetzt wird die Kerze am oberen Ende angezündet und ca. 15 bis 20 Minuten ohne Positionsveränderung abgebrannt. Der Therapeut hält die Ohrkerze über die ganze Zeit der Anwendung und legt dabei seine Hände schützend über das Gesicht der liegenden Person. So wird sichergestellt, dass eventuell herabfallende Asche nicht zu Verletzungen führen kann. - Die rote Markierung am unteren Ende der Ohrkerzen markiert den Abschluss der Behandlung an. Wenn es der liegenden Person jedoch schon früher zu heiß oder unangenehm wird, sollte das Abbrennen selbstverständlich vorzeitig beendet werden. - Die Ohrkerzenreste werden dann in einem Wasserglas gelöscht, und die behandelte Person sollte möglichst weitere 20 Minuten Ruhezeit einhalten.

Wie wirkt die Ohrkerze?

Während des Herunterbrennens der Ohrkerze entwickelt sich eine Art Kamineffekt, der die entstehende Wärme zum Ohr wandern lässt und hier, direkt am Kopf, als überaus angenehm empfunden wird. Das sorgt für Entspannung, die sich - so bestätigen es viele behandelte Personen - auf den ganzen Körper auswirkt. Zum Kamineffekt der brennenden Flamme gehört auch, dass von unten Luft angezogen wird. Dadurch entsteht ein leichter Unterdruck, der durch die Bewegung der Flamme leicht variiert. Das wiederum löst feinste Vibrationen aus, die eine zarte Massage für das Trommelfell bewirken. In der Zeitschrift Natur und Medizin in der Ausgabe 02/2013 heißt es dazu: „Dieser Vorgang gleicht die Druckverhältnisse von Ohren, Stirnhöhlen und Nasennebenhöhlen aus, was oft als „befreiend“ empfunden wird. Der Wärmefluss verstärkt sich in der Schlussphase wohltuend. Der Reiz der Ohrkerze breitet sich über die Eustachische Röhre (Verbindung zwischen Mittelohr, Nase und Rachen) bis hin zum Rachen aus. Dort befindet sich lymphatisches Gewebe, wie zum Beispiel die Gaumenmandel. Auch diese können von einer Ohrkerzenbehandlung mit profitieren.“

Eine Wohltat auch für die Psyche

Im und am Ohr befinden sich viele Reflexzonen und Energiepunkte, die während des Abbrennens einer Ohrkerze stimuliert werden. Ebenso lässt sich ein vielfach als angenehm empfundenes Knistern vernehmen. Zudem entsteht beim Verbrennen der zugesetzten Kräuter oder Öle ein Geruch, der das limbische System im Gehirn beeinflusst. Duftstoffe stoßen chemische Reaktionen an, die je nach Art beruhigend oder anregend wirken können. Aufgrund dieser Effekte werden Ohrkerzen-Anwendungen gerne auch im Kosmetik- und Wellnessbereich sowie zum Stressabbau angeboten.

Stopp - in diesen Fällen Ohrkerzen nicht verwenden!

Bei akuten Ohrentzündungen oder perforiertem Trommelfell darf auf keinen Fall eine Ohrkerzen-Anwendung stattfinden. Auch Fieber und entzündliche Erkrankungen des Atemtraktes und der Ohren gehören in die Hand eines Facharztes und erlauben keine eigeninitiativ unternommenen Behandlungen mit Ohrkerzen. Unterbrechen Sie die Anwendung sofort, wenn während des Abbrennens von Ohrkerzen Atembeschwerden oder massive Hautrötungen auftreten.

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